Ich habe nicht erwartet, dass mir Norderney so gut gefällt! Die Insel hat, ist man erst einmal ein paar Tage hier, einen ganz eigenen Groove. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum eigentlich alle Besucher hier vielfache „Wiederholungstäter“ sind. Was uns auch auffällt: Wir waren lange nicht mehr an einem Ort, der so vollumfänglich „deutsch“ ist. Hier gibt es ausschliesslich deutsche Touristen, man hört kein Wort in einer anderen Sprache.
Norderney ist die zweitgrösste der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln. Bereits 1797 wurde die Insel zum ersten deutschen Nordseebad erklärt und hat sich seitdem vom Fischerdorf sukzessive zum Kurort entwickelt. Bewohnt ist die Insel mit der Stadt Norderney und angrenzenden Ortsteilen wie Fischereihafen fast nur im Westen, während der Rest der Insel ein Naturparadies ist.


Wir starteten unseren Norderney-Aufenthalt mit einer Inselrundfahrt, um uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Norderney ist für Touristen autofrei, also ging es mit dem Bus einmal um die 14 km lange und je nach Abschnitt 2.5 km breite Insel. Aber bereits am zweiten Tag tat ich das, was hier alle tun, nämlich ein Velo ausleihen und die Tour auf diese Art wiederholen. Und am dritten Tag ging es dann mit Zino im Lastenvelo noch einmal rund um die Insel.
Das Leben und vor allem das touristische Leben findet im Zentrum von Stadt Norderney statt. Hier rund um das „Conversationshaus“, welche die sehenswerte Ortsbibliothek und die Touristeninformation beheimatet, und die angrenzende Fussgängerzone gibt es unzählige Restaurants, Cafes und Geschäfte. Es war überraschend, wie voll die Insel Ende September noch war. Wir sind an einem Wochenende angereist und hatten Mühe, überhaupt einen Platz im Restaurant zu finden. Uns wurde auch erzählt, dass Norderney am Wochenende Party-Destination ist.


Je weiter man nach Osten radelt, desto einsamer und wilder wird die Insel. Das Ostheller-Gebiet ist weitgehend unberührt und Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Hier gibt es Dünen, Salzwiesen und eine einzigartige Vogelwelt. Der Strand ist hier naturbelassen und deutlich ruhiger als im Westen.



Die Strände in Norderney sind endlos. Der Nordstrand ist der längste zusammenhängende Strandabschnitt Norderneys, aber auch der Weststrand oder der Surferstrand bei der „Weissen Düne“ sind riesig.
Da auf Norderney nur Einheimische und Zulieferer das Auto benützen dürfen, ist die Atmosphäre auf der Insel sehr gechillt. Gefühlt sind hier alle im Urlaub und entsprechend gut ist die Stimmung. Sehr erholsam!


Gewohnt haben wir sehr zentral und direkt am Meer im „Seesteg“ (www.seesteg-norderney.de). Es ist ein sehr schönes Hotel mit Michelin-Restaurant, bei einem nächsten Besuch auf Norderney würde ich aber ein Ferienhaus mieten.



